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von Steve Mirke
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KU-Seminar mit Ante Brännbacka und Olaf Krey in Dresden am 16. und 17. November 2024

von Steve Mirke

Bereits im Januar kam die erste Info in den Posteingang, dass im November ein Seminar mit Ante Brännbacka und Olaf Krey stattfinden wird. Zu diesem Zeitpunkt ohne Details, aber auf jeden Fall schon der Möglichkeit den Kalender zu zücken und sich den Termin bereits vorzumerken. Im März folgte die Ausschreibung und damit die Klarheit, worum es im Seminar gehen sollte. Aber eigentlich ist das Thema, bei diesen beiden Koryphäen, kaum von Relevanz, denn zu lernen gibt es immer genug. So auch dieses Mal 😊.

Für die Lesenden, die nicht beim Seminar dabei sein konnten, gehe ich dennoch kurz auf die Übungsinhalte ein.

Im ersten Teil gab es einen Einblick in die Ausführung von Grundtechniken, wie Ante sie übt. Dabei beschrieb Ante, dass er bei der zuki waza Soloübung mit seiner Hüftbewegung die Form eines „Z“ ausführt, um bei den unterschiedlichen Höhen wie bspw. beim Jodan Zuki durch die Hüftbewegung die Technik zu verstärken. Er erwähnte auch, dass Übungen wie Zuki waza vor allem dem Trainieren der Hüftbewegung dienen.

Der zweite Teil begann mit ein paar kämpferischen Spielen zur Erwärmung, wie dem Abklatschen von Knie und Schulter, aber auch Kopf und dem „Abklatschen“ vom Fuß mit dem Fuß. Es folgten ein paar Box-Sequenzen mit Box-Handschuhen wie bspw. Jab/Hook/Cross und Cross/UpperCut.

Im dritten Teil ging es dann auf den Boden und wir übten Ausgänge aus Mount, Guard und kesa gatame.

Jeweils gegen Ende dieser 3 Einheiten am Samstag wurden einige Übende separiert und führten parallel zum eigentlichen Seminar den aktuellen Stand ihrer Fähigkeiten Ante vor. Nach dem Ende des dritten Trainings waren verschiedene Freikampfübungen mit Boxhandschuhen an der Reihe, wie reguläres „Sparring“, mit Takedowns, aber auch Freikampf am Boden.

Am Sonntagvormittag widmeten wir uns einer intensiven Einheit zu Tegumis und Handbefreiungen, was mir persönlich immer viel Freude bereitet.

Im zweiten Teil am Sonntag wurden „Kickbox“-kombinationen geübt, diesmal mit Schwerpunkt auf Tritte.

Den dritten Teil übte ich nicht mit, da ich mit der Familie früher nachhause fuhr.

Am Sonntagmittag gab es noch eine besondere Zeremonie, die ich an dieser Stelle gerne erwähnen will: Im Rahmen des Seminars fanden Schwarzgurtprüfungen statt. Hier ein paar Bilder:

In diesem Rahmen überreichte auch Ante an Olaf eine Urkunde, im Namen von Sensei Patrick McCarthy, zum 7.Dan im Koryû Uchinâdi. Herzlichen Glückwunsch Olaf und allen Prüflingen dieses Wochenendes!

Mit den Korrekturen, die ich an diesem Wochenende von Ante und Olaf erhielt, will ich euch hier nicht langweilen. Es sind auch keine neuen, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. An einigen Themen arbeitet man nun einmal etwas länger. Was ich jedoch als bemerkenswert empfand, war Antes Feststellung, dass man bei den KU-Übenden in Deutschland eine sehr hohe Qualität der Nyûmon-Formen feststellen kann, im Vergleich zu manchen KU-Übenden anderer Länder. Was uns in Deutschland aber offenbar fehlt, sei Fähigkeiten im Freikampf / Sparring / randori. Nun, wie wir alle wissen: Man bekommt das raus, was man hinein gibt. Hier ein paar Beispiele:

  • 1,5 Stunden Training pro Woche sind zu wenig, um sich im Karate auf lange Zeit stetig weiter entwickeln zu können.
  • Die Fokussierung auf das Prüfungsprogramm (bis zum Schwarzgurt), führt zu einem Festhalten an den Nyûmon-Formen. Das Ergebnis sind gute Nyûmon-Formen.
  • Trainer die Olaf um Unterricht des Nyûmon-Programms auf Karate-Seminaren bitten, bekommen Schüler, die ein qualitativ gutes Nyûmon beherrschen UND das Handwerkszeug an die Hand um besonders gut Nyûmon zu unterrichten.

Aber, dass alles lässt sich zum Glück auch ändern.

Ein ergänzender Gedanke dazu: Sind die Übenden, die gerne Randori üben, auch die Übenden, die gerne Nyûmon üben? Wie groß ist die Schnittmenge? Ein Blick in die wöchentlichen Trainingspläne anderer Karate-Vereine zeigt gelegentlich, dass Trainings aufgeteilt werden in Kata-Trainings und Kumite-Trainings. Damit können alle dorthin gehen, wo die speziellen Vorlieben „bedient“ werden. Sind Menschen, die nur ins Kata-Training gehen, am Ende vielleicht vergleichbar mit Übenden, die nur ins Nyûmon-Training gehen würden? Klar ist, zum Karate gehört beides, eben wie Tag und Nacht zusammengehören.

Meine These ist: Auch wenn die Notwendigkeit für die Übung beider Übungsformen erst eine Kampfkunst zu einer Kampfkunst macht, liegt die Herausforderung bei den Trainer:innen „Nyûmon-Karateka“ mit Randori in Kontakt zu bringen und „Randori-Karateka“ von der Training des Nyûmons zu begeistern. Puhh. Naja, einfach kann ja jede.

Ich bedanke mich bei Olaf Krey und Ante Brännbacka für das tolle Seminar und freue mich auf die nächsten Lerngelegenheiten in 2025.

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